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Baden-Württemberg auf dem Fahrrad: Touren durch den Hegau und die Bodenseeregion

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Baden-Württemberg auf dem Fahrrad: Touren durch den Hegau und die Bodenseeregion

Wer einmal mit dem Fahrrad durch Südbaden gerollt ist, versteht sofort, warum diese Ecke Deutschlands Radreisende aus ganz Europa anzieht. Das Zusammenspiel aus sanften Hügeln, vulkanischen Kegelbergen, weitläufigen Weinfeldern und dem glitzernden Bodensee ergibt eine der landschaftlich abwechslungsreichsten Radregionen des Landes – und das bei verhältnismäßig entspanntem Gelände.

Der Hegau – Vulkane, Burgen und Weinberge

Der Hegau ist eine der eigenartigsten Landschaften Baden-Württembergs. Aus dem flachen Tafelland ragen markante Vulkankegel auf, auf denen trotzige Burgen thronen: Hohentwiel, Hohenkrähen, Mägdeberg, Staufen – eine nach der anderen taucht auf dem Horizont auf, wenn man von Konstanz aus nordwärts radelt.

Rundtour Hegau-Vulkane (ca. 65 km)

Diese Tour ist ein Klassiker für alle, die einen ganzen Tag in den Sattel investieren wollen. Von Konstanz aus geht es über Singen am Hohentwiel, dem mit rund 688 Metern höchsten Vulkankegel Deutschlands. Die Festungsruine auf seinem Gipfel gehört zu den größten Burgfestungen hierzulande – ein kurzer Abstecher lohnt sich.

Weiter geht die Route nach Engen, wo man im Hintergrund die Schwäbische Alb erahnen kann, dann geschwungen durch Aach und zurück Richtung Bodensee. Das Höhenprofil ist überschaubar: Die kurzen Anstiege in den Dörfern sind moderat, der Rest rollt sich entspannt ab.

Highlights unterwegs:

  • Festungsruine Hohentwiel mit Panoramablick
  • Weinlagen rund um Moos und Überlingen am Ried
  • Mittelalterliche Ortskerne in Engen und Aach

Kurztour: Hegau-Radweg bis Singen (ca. 35 km, einfach)

Für Familien oder alle, die keinen großen Anspruch an Kilometerleistung stellen, ist die halbierte Version ideal. Die Strecke führt flach durch Radolfzell, am Zellersee entlang und hinauf nach Singen. Wer mag, radelt noch die kurze Runde um den Hohenkrähen – ein stiller, bewaldeter Kegel mit uralter Burgruine und überraschend wenig Touristenbetrieb.

Der Bodensee-Radweg – das große Rund

Natürlich wäre es unverzeihlich, Konstanz als Radreisender zu besuchen und den Bodensee-Radweg zu ignorieren. Die 260 Kilometer lange Route führt durch drei Länder – Deutschland, Österreich und die Schweiz – und ist in vollem Umfang als Rundtour konzipiert. Die überwiegend flache Strecke entlang des Seeufers eignet sich hervorragend für Einsteiger und Familien.

Etappenvorschlag ab Konstanz

Wer Konstanz als Basis wählt, kann den Bodensee-Radweg in Tagesetappen erkunden und jeweils zur Unterkunft zurückkehren:

Tag 1 – Konstanz bis Meersburg (ca. 30 km) Die Route führt über Allensbach und Bodman durch das Linzgau nach Meersburg. Die malerische Burg über dem See und die Fährverbindung zurück nach Konstanz machen die Etappe zu einem echten Highlight.

Tag 2 – Konstanz bis Kreuzlingen und Gottlieben (ca. 20 km) Wer ruhigere Kilometer sucht, radelt auf der Schweizer Seite bis Gottlieben – ein kleines Dorf mit Schloss direkt am Rheinausfluss des Bodensees, das kaum ein Massentourist kennt.

Tag 3 – Richtung Radolfzell und zurück (ca. 50 km) Die flache Strecke am Untersee entlang nach Radolfzell und zurück über das Bodanrück ist eine der stilleren Varianten – weniger befahren als der Obersee, mit vielen Schilfufer-Abschnitten und Vogelbeobachtungsplätzen.

Praktische Tipps für Radreisende in der Region

Beste Reisezeit: Frühling und Frühherbst schlagen den Hochsommer deutlich. Im Mai blühen Obstbäume und Wein, im September sind die Weinberge goldgelb – und beide Male sind die Wege spürbar weniger voll.

Gepäck und Technik: Die meisten Touren in Hegau und am Bodensee sind auf einem normalen Tourenrad gut zu bewältigen. Für die Hegau-Vulkanrunde mit ihren kurzen Rampen schadet etwas mehr Gangbreite nicht.

Fähren einplanen: Zwischen Konstanz und Meersburg verkehrt eine der meistbefahrenen Autofähren Deutschlands – Fahrräder kommen problemlos mit, die Überfahrt dauert nur rund 15 Minuten und eröffnet interessante Streckenvarianten.

Einkehr: Die Region ist dicht mit Straußwirtschaften besät, die jahreszeitlich öffnen und lokalen Wein ausschenken. Im Hegau gilt das Weingut als Institution – unbedingt stoppen, wenn eines auf dem Weg liegt.

Konstanz als Ausgangsbasis

Die Altstadt von Konstanz liegt geografisch günstig für alle genannten Touren. Der Hauptbahnhof mit direktem Fahrradverleih, die gut ausgeschilderten Radwege aus der Stadt heraus und die kurzen Wege zu Seepromenade und Fähre machen Konstanz zur natürlichen Anlaufstelle für Radreisende in der Region. Wer zentral wohnt, rollt morgens direkt aus der Innenstadt heraus – ohne Umwege und ohne Zeitverlust.

Die Kombination aus Hegau-Ausflügen und Bodensee-Etappen lässt sich gut auf drei bis fünf Tage verteilen, je nachdem wie viele Kilometer man täglich einplant. Wer einmal hier ist, versteht schnell, warum viele Gäste jedes Jahr wiederkommen.